Leiden oder Langeweile?

Mal wieder hab ich etwas total verpennt und damit meine ich nicht nur den Termin für diesen Text, sondern auch die Leiden oder Langeweile EP der Wuppertal-Offenbach-Kombo schlechthin – um ganze 3 Monate. Prezident und die Kamikaze-Brüder haben bei den Vorbereitungen auf Limbus, das in 2 Monaten schon draußen ist, unter der quälenden Hitze des letzten Sommers gelitten und aus Langeweile sind 7 Tracks entstanden und im November als Free-Download (und physisches Release) erschienen. Nunja, durch die ersten – zugegeben etwas spärlichen – Vorboten von Limbus wieder gehypt, bin ich also endlich mal dazu gekommen mich der EP zu widmen.

Thematisch auf jeden Fall wieder einmal nicht in dem Maße vielfältig wie es die Alben des Trios, insbesondere die des noch verbliebenen Wuppertaler Teils, sind. Doch das ist auf keinen Fall negativ zu sehen. Wie auch bei der Handfesten EP tut es gut einfach mal ein paar Punchlines um die Ohren gehauen zu bekommen. Im Vergleich zur selbigen, bei der die schrebbelnden Boom-Bap-Beats überwogen, wirkt Leiden oder Langeweile wie ein Vorgriff  angekündigten „ultrareduzierten“ Limbus-Sounds. Der Einfluss der Kamikazes auf die musikalische Gestaltung der EP ist unverkennbar, die selbst gerne auch auf ihren eigenen Tracks diese ruhige musikalische Untermalung verwenden.

Textlich findet sich wie vor allem Hass auf Majorlabels, gehypte Rapper, allem, was im ‚Game‘ halt so schief läuft, das Zelebrieren des eigenen Außenseitertums wird nunmal auch schon seit einigen Jahren immer wieder erfolgreich betrieben. Immer wieder werden Selbstreferenzen und -zitate durchexerziert. Hierbei ist vor allem Zwei Tage in der Woche zu nennen, wobei gerade der Prezident-Part als kleine Hommage an seine Freunde, die Kamikazes, zu sehen ist, die in einer doppelten Referenz an das Grand Hotel Abgrund gipfelt.

Letzten Endes ist wieder das eingetreten, was mir mit allen Releases der Whiskeyrapper passiert. Sie ziehen mich – einfach mal so nebenbei – in ihren Bann und schaffen es eine kleine, aber stimmige EP abzuliefern. Was hat mich eigentlich dabei geritten, als ich diese 7 Tracks ein Vierteljahr ungehört habe liegen lassen? Jetzt ist es auch egal und zu spät. Leiden oder Langeweile? Keine Spur davon. Auf dem Weg zum Limbus ist nicht viel mit MoTrip-Alben. Nicht solange es solche EPs gibt.

 

 

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